Jun
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Von Advisor auf Microsoft CSP migrieren

Von Advisor auf Microsoft CSP migrieren

Juni 14
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Übersetzung eines auf Englisch verfassten Artikels von Contel Bradford für die Recovery Zone. Den Originalartikel finden Sie hier.

In den vergangenen Jahren hat Microsoft langsam aber sicher eines seiner ältesten und erfolgreichsten Partnerprogramme auslaufen lassen. Wenn Sie ein IT-Serviceanbieter sind, der Microsoft Cloud-Lösungen anbietet, dann sind Sie sich der Änderungen im Online Services Advisor-Programm (OSA) vermutlich bewusst. Den Partnern wurde nahegelegt, zum Cloud Solution Provider-Programm (CSP) von Microsoft zu wechseln. Das hat allerdings einige ernst zu nehmende Konsequenzen.

Letztes Jahr (am 1. Oktober 2016) hat Microsoft die Beendigung der gewohnten Vorteile für OSA-Partner angekündigt. Ab Juli 2017 erhalten Microsoft-Berater keine Provision mehr für den Verkauf von Cloud-Produkten wie Office 365 und Azure. Darüber hinaus erhalten Sie auch keine Provision mehr für die Abonnements, die Sie derzeit für Ihre Kunden verwalten.

Diese Änderungen betreffen Zehntausende Partner weltweit, die im Online Services Advisor-Programm als Vertriebspartner eingetragen sind. Im Rahmen dieses Programms verdienen Microsoft-Partner einen Prozentsatz der Abonnementgebühren für die verkaufen Paketangebote. Ihnen stand auch bevorzugte Hilfe von den besten Mitarbeitern im Support zu. OSA bot den IT-Serviceanbietern eine einfache Art und Weise, die Cloud zu nutzen. Aber jetzt wird dieses Programm durch eine vielversprechende Alternative ersetzt.

Vom Microsoft-Berater zum Cloudanbieter

Microsoft-Partner wurden dazu ermutigt,  den Schritt zur Cloud Solution Provider-Initiative (CSP) zu wagen, die 2014 vorgestellt wurde. CSP bietet die Möglichkeit, verschiedene Microsoft Cloud-Lösungen neben den bereits bestehenden Produkten und Dienstleistungen anzubieten. Dieses Programm stellt eine eindeutige Verbesserung zu OSA dar. Hier erklären wir, warum:

Bessere Gewinnmargen: Da die OSA-Provisionen inzwischen praktisch gen Null tendieren, sind Gewinnchancen sicher der größte Anreiz, sich auf CSP einzulassen. Microsoft hat die CSP-Provisionen für Office 365-Abonnements erhöht. Das Unternehmen hat außerdem zusätzliche Einkommensmöglichkeiten geschaffen, indem es Back-End-Provisionen für bestimmte Partner und weitere Vorteile bei Angeboten eingeführt hat, die dazu dienen sollen, Partner von CSP zu überzeugen.

Konkurrenzfähiger Vorteil: CSP bietet IT-Unternehmen die Möglichkeit, die Cloud bestmöglich zu nutzen und ihr Angebot auf die nächste Ebene zu führen. Vertriebspartner können Azure, Dynamics CRM, Office 365 und weitere eigenständige Lösungen mit Mehrwertleistungen wie Backup, Sicherheit und Support im Paket anbieten. Mit den einzigartigen IT-Lösungen, die den Anforderungen Ihrer Kunden angepasst sind, können Sie sich von der Masse absetzen.

Vereinfachte Abrechnung: OSA-Partner und Endbenutzer bitten schon seit Jahren um eine einfache, transparente Abrechnung. Diese stellt Microsoft mit CSP jetzt endlich auch bereit. Das Programm legt den Abrechnungsvorgang in die Hände der Vertriebspartner, die ihren Kunden jetzt eine einzige Rechnung zusenden.

Dieses letzte Argument wog bei den Überlegungen, zu Microsoft zu wechseln, am stärksten. Die Kunden möchten ihre Cloud-Services lieber bei einem einzigen Anbieter erwerben, statt sich mit den Kosten und der Komplexität der Verwaltung unterschiedlicher Profile bei den Anbietern zu befassen.

Auf Microsoft CSP migrieren

Bevor die Entscheidung fällt, ein Microsoft Cloud Solution Provider (CSP) zu werden, gibt es einige wichtige Faktoren zu bedenken.

Was Sie wissen müssen

Das Microsoft CPS-Programm bietet zwei Möglichkeiten für die Partner. Zunächst gibt es den direkten Partner. Wie der Name schon vermuten lässt, arbeiten diese Vertriebspartner direkt mit Microsoft zusammen. Direktpartner erhalten das erforderliche Training, alle Tools und den Support, den sie benötigen, um das Geschäft als Cloud Service Partner allein zu führen. Um jedoch die Vorteile dieser Möglichkeit zu nutzen, müssen die Partner folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Ein bestehendes Businessmodell für IT-Lösungen
  • Ressourcen, um Preisstrukturen anzupassen und die Kundenabrechnung durchzuführen
  • Infrastruktur, um einen maßgeschneiderten Kundensupport zu gewährleisten
  • Die Fähigkeit, das Geschäft an die Nachfrage anzupassen

Die zweite Option besteht darin, indirekter Partner zu werden. Diese Partner verfügen weder über die Infrastruktur noch über das Kapital, vollwertige CSP-Partner zu werden, möchten jedoch ihre Investition in die Cloud maximieren. Indirekte Partner arbeiten mit direkten Partnern – oder indirekten Anbietern – zusammen und erhalten dabei Hilfe bei der Service-Integration, der Abrechnung und beim Support. Dieses Programm eignet sich ideal für MSPs und VARs, die in der zunehmend konkurrenzbetonten IT-Services-Arena auf kostengünstige Weise ein Alleinstellungsmerkmal entwickeln möchten.

Aber unabhängig davon, ob direkt oder indirekt: Das CSP-Programm setzt voraus, dass die Partner sich ernsthaft verpflichten.

IT-Infrastruktur

Abrechnung und Support beinhalten große Verantwortung. Sowohl die direkten, als auch die indirekten CSP-Partner übernehmen automatisch Verantwortung, wenn etwas schief läuft. Und wenn Kunden involviert sind, gehören Compliance-Bedenken und juristische Fragen zum Geschäft. Während das Unternehmen sich einen guten Ruf in Bezug auf die Partnerbetreuung gemacht hat, können Sie nicht viel tun, wenn die Microsoft Cloud ausfällt. Verlässliche Backup und Disaster Recovery-Services können von entscheidender Bedeutung sein, wenn man Störfaktoren wie die versehentliche Löschung oder einen Ransomware-Angriff bedenkt.

Wie werde ich Microsoft-Partner?

Mir ist aufgefallen, dass sowohl Microsoft, als auch einige der direkten Partner des Unternehmens einen nahtlosen Übergang von OSA auf CSP versprechen. Das klingt zwar gut, aber IT-Migrationsprojekte sind normalerweise kein Kinderspiel. Rechnen Sie Veränderungen mit ein, um Anpassungen in Bezug auf die Preisgestaltung, Abrechnung und den Support vorzunehmen. Gleichzeitig sollten Sie sicherstellen, dass die Kunden so wenig Unterbrechnungen wie möglich erleben. Microsoft hat allgemeine E-Mails versendet, um alle Beteiligten über die Einstellung von OS zu informieren. Es obliegt allerdings der Verantwortung der Partner, die Kunden bei diesem Übergang zu begleiten.

Viele der Mitglieder des Microsoft Partner Network haben sich einen schönen Platz innerhalb der globalen Technologie-Angebote gesichert. Mit der Cloud als Katalysator könnte die CSP-Initiative den Trend setzen, der die nächste Welle von Partnern zum geschäftlichen Erfolg führt.