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5 Tipps für die erfolgreiche Serverwartung

5 Tipps für die erfolgreiche Serverwartung

Juli 12
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Kaum etwas wirft Unternehmen so aus der Bahn wie ein Serverausfall.  Immer wenn der Exchange-Server bei Microsoft ausfiel, rannten wir zum Billardtisch in Gebäude 25 und spielten ein paar Runden, bevor wir wieder zu unseren Rechnern zurückkehrten, um zu prüfen, ob das E-Mail-System wieder funktionierte. Meistens konnte das IT-Team den Serverbetrieb wiederherstellen und wir gingen zurück an die Arbeit. Doch wenn das nicht möglich war, machten wir Feierabend. E-Mails sind für die meisten Unternehmen eben noch immer unverzichtbar und Ausfälle sind nicht zum Spaßen.

Serverwartung ist wichtig

Seit es die Cloud gibt, treten solche Ausfälle nicht mehr ganz so häufig auf, lassen sich aber nicht gänzlich vermeiden. Und selbst wenn Sie Teile Ihrer Infrastruktur in die Cloud verlagert haben, besitzen Sie sicher noch ein paar lokale Server. In diesem Beitrag möchte ich darauf eingehen, wie Sie den Betrieb dieser Server aufrechterhalten können. In den vergangenen Jahren habe ich zwei Unternehmen dabei geholfen, ihre Server zu konsolidieren. Wir ersetzten einen Teil der alten Hardware durch neue Xeon-Server mit Windows Server. Dabei habe ich viel gelernt, vor allem über die richtige Serverwartung und was passiert, wenn man sie nicht ordnungsgemäß durchführt. Ich hoffe, Sie können etwas aus meinen Erfahrungen mitnehmen.

Halten Sie Ihr Betriebssystem immer aktuell

Klar, das weiß doch jeder. Und doch genügt eine fiese kleine Malware wie der Wurm WannaCry, um alle Welt in helle Aufregung zu versetzen. WannaCry richtete vor allem auf ungepatchten Windows 7-Computern Schaden an, attackierte aber auch eine Reihe von Servern mit Windows Server 2003. Dabei waren mehrere Faktoren problematisch. Zunächst einmal ist wichtig, dass Sie eine Windows-Version verwenden, für die Microsoft regelmäßig Patches zur Verfügung stellt. Dann müssen Sie das Betriebssystem natürlich kontinuierlich aktualisieren. Ich kenne viele Leute, die beispielsweise gar nicht wussten, dass der Microsoft-Support für Windows 7 eingestellt wird.

Und in der IT sind mir schon zu viele Mitarbeiter begegnet, die ihre Server am liebsten nicht mehr anfassen möchten, wenn sie einmal laufen.  Manch einer geht dabei sogar so weit, die automatischen Windows-Updates zu deaktivieren – da ist die Katastrophe bereits vorprogrammiert. Ja, das Testen von Patches in einer VM ist zeitintensiv. Und Microsoft hat in der Vergangenheit fehlerhafte Patches veröffentlicht. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie deshalb überhaupt keine Updates mehr installieren sollten. Auch wenn Sie jahrelang keine Probleme haben, wird sich ein ungepatchter Server am Ende rächen.

Die neuesten Windows-Versionen geben Nutzern mehr Kontrolle darüber, wie und wann Updates installiert werden sollen. Wenn Sie wissen möchten, wie Microsoft Updates für Windows Server 2016 zur Verfügung stellt, lesen Sie diesen Artikel des Redmond Magazine.

Halten Sie Ihren Server sauber

Aber mein Server befindet sich in einem geschlossenen Schrank! Das ist für den Anfang gar nicht schlecht. Wenn Ihr Unternehmen seine Server in Racks und Schränke in einer angemessenen Umgebung stehen hat, dann haben Ihre Geschäftsführer mitgedacht. Doch auch dann kriechen Staub und Schmutz in ihre Server und schmälern deren Leistung und Zuverlässigkeit. Ohne entsprechende Kühlung fahren heiß gelaufene CPUs und GPUs ihre Taktung herunter.

Hochwertige Server sind in der Regel mit leistungsstarken Lüftern ausgestattet, die für eine Zirkulation der Luft über und um Komponenten herum sorgen. Doch aufgrund dieser Leistungsstärke werden auch Staub und Schmutz ins Gehäuse gesaugt. Vor ein paar Jahren half ich einem Zahnarzt beim Upgrade seines Servers. Er erzählte mir, dass er ihn nie aus dem schicken Glasgehäuse genommen hatte, das in seinem Büro stand. Auf dem Server, der tagsüber manchmal einen Neustart durchführte, lief die Software für das Patientenmanagement. Ich fragte ihn, wann er zum letzten Mal die Gehäusefilter gereinigt hatte. Als er mich daraufhin nur fragend anstarrte, wusste ich die Antwort bereits. Als ich den Server aus dem Gehäuse nahm, strotzten die Filter nur so vor Dreck. Aufgrund der Hitze im Gehäuse drosselte der Server bisweilen seine Leistung.

Mit Druckluft reinigte ich die Gehäuse der Tisch- und Rackserver. Seien Sie aber vorsichtig bei der Lüfterreinigung mit Druckluft, um keine Beschädigungen zu verursachen. Nehmen Sie, falls vorhanden, sämtliche Filter heraus, um sie zu reinigen. Neuere Gehäuse haben Filter, die sich unten herausziehen lassen, sowie Filter an der Front und der Rückseite.

Virtualisierung zur Unterstützung der Serverwartung

Erinnern Sie sich noch daran, als jeder einen physischen Backup-Server hatte? Kürzlich unterhielt ich mich mit einem Day Trader, der trotz der Extrakosten und dem zusätzlichen Verwaltungsaufwand noch immer Fan von Backup-Servern ist. Zum Glück lässt sich mittlerweile nahezu jeder Server virtualisieren. Tatsächlich ist die Virtualisierung sogar sehr ratsam. Warum? Weil es so einfach ist, eine Backup-VM zu erstellen. Die Konsolidierung mehrerer Server, die auf älterer Hardware laufen, durch Virtualisierung auf neuerer Hardware sorgt fast immer für eine bessere Verfügbarkeit.

Mit ist natürlich auch bewusst, dass sich nicht alle Server virtualisieren lassen. Dem stehen bisweilen einfach Lizenzierungs-, Leistungs- und Hardware-Probleme entgegen. Doch Sie sollten auf jeden Fall die Server virtualisieren, bei denen es möglich und sinnvoll ist.

Prüfen Sie Ihre Protokolle auf Hardwarefehler

Fehlerhafte Komponenten können einen Server in die Knie zwingen, wenn sie nicht behoben werden. Hardwarefehler zeigen sich oft nach der POST-Anfrage und nachdem Windows all seine Dienste gestartet hat. Prüfen Sie die Systemprotokolle im Rahmen der Serverwartung auf Hardwareprobleme. Möglicherweise löst ein Update des GPU- oder RAID-Kartentreibers das Problem. Besteht der Fehler danach weiterhin, müssen Sie die Komponente austauschen.

RAID-Controller wie dieses Modell von LSI werden sehr heiß.

Es ist auch keine schlechte Idee, PCI-E-Karten oder -Laufwerke zu entfernen, die Sie nicht verwenden. Serverhardware ist auf den Dauerbetrieb ausgelegt. Hinsichtlich CPUs, Platinen und RAM sehe ich da kein Problem, und selbst moderne GPUs laufen in der Regel mehrere Jahre fehlerfrei. Was jedoch immer wieder anfällig für Probleme ist, sind Netzteile, Lüfter und Erweiterungskarten. RAID-Karten laufen schnell heiß, das verkürzt ihre Lebensdauer. Auch sollten Sie Systemfehler immer im Auge behalten. Meiner Erfahrung nach sind es jedoch eher Hardwarefehler, die einen Server in die Knie zwingen.

Testen Sie Ihre Backups

Sie haben Ihre Server-Backups geplant und überprüfen jede Woche, ob die Backups ordnungsgemäß erstellt werden. Doch nehmen Sie sich auch die Zeit, um zu prüfen, ob Ihre Backups tatsächlich funktionieren? Die Verifizierung der Integrität von Server-Backups wird oft sträflich vernachlässigt. Doch was müssen Sie dafür tun? Sie sollten testweise einige Wiederherstellungen durchführen, bis Sie der Meinung sind, dass der Prozess optimal läuft. Danach sollten Sie die Integrität hin und wieder stichprobenhaft testen.

Wenn Sie Ihre Backups auf einen Cloud-Anbieter auslagern, sollten Sie sich damit vertraut machen, wie dieser die Backups verifiziert. Aspekte wie der Speicherort, der Zeitplan und die Wiederherstellungszeit für Backups sind für einen soliden Backup-Plan unerlässlich. All diese Punkte sollten Sie eingehend kennen, egal ob sich Ihr eigenes Team oder ein Dritter um die Backups kümmert.

Auch auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole: Verwenden Sie nur bewährte und vertrauenswürdige Lösungen, wenn Ihr Ruf auf dem Spiel steht. Unternehmen wie StorageCraft bieten eine Reihe von Backup-Lösungen, die mit allen Arten von Servern funktionieren, darunter auch mit Produkten für Exchange und virtualisierte Umgebungen.

Fazit

Für den möglichst unterbrechungsfreien und unkomplizierten Serverbetrieb müssen viele Voraussetzungen erfüllt sein. Manchmal werden die einfachsten Tipps am ehesten übersehen, z. B. dass man einen Server nicht auf dem Fußboden aufstellen sollte. Dennoch erlebe ich genau das bei vielen Unternehmen, die ich besuche. Regel Nr. 1 lautet also: Finden Sie ein geeignetes „Zuhause“ für Ihren Server.