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Tipps und Tricks zur Bare-Metal-Wiederherstellung

Tipps und Tricks zur Bare-Metal-Wiederherstellung

August 23
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Übersetzung eines auf Englisch verfassten Artikels von Brett Nordquist für die Recovery Zone. Den Originalartikel finden Sie hier.

Auf meiner Liste der IT-Jobs, die ich am wenigsten mag, kommt direkt hinter dem Neuaufsetzen eines abgenutzten RAID-Arrays die BMR – oder Bare-Metal-Wiederherstellung. Das liegt weniger an der Schwierigkeit oder Komplexität der Aufgabe, sondern mehr daran, dass BMR eine derart knifflige Angelegenheit ist.

BMR besteht in der Wiederherstellung eines ausgefallenen Systems, indem es auf einem anderen System völlig neu wiederhergestellt wird. Im Idealfall haben Sie ein ähnliches System, auf dem die Wiederherstellung erfolgen kann, aber natürlich sind Systeme nie 100-prozentig identisch. Auch wenn Ihre Hardware identisch ist, können Treiber und BIOS-Probleme zu einer ganzen Reihe von Fehlern führen.

IT-Profis setzen in der Regel all ihr Wissen ein, um ein Szenario zu vermeiden, in dem die einzige verbleibende Option die BMR ist. Irgendwann ist es aber vielleicht so weit, dass Sie sich damit beschäftigen müssen. Diese Woche möchte ich mich mit Best Practices beschäftigen, mit denen Sie den heiklen BMR-Prozess sicher durchschiffen können.

Herausforderungen der Bare-Metal-Wiederherstellung

Sicher ist es Ihnen auch schon einmal passiert und Sie können auf eine Wiederholung gerne verzichten: Sie haben den Wiederherstellungsprozess abgeschlossen und beim Hochstarten landen Sie bei einem Blue Screen of Death (BSOD). BMR kann nicht nur sehr knifflig sein, sondern manchmal auch unvorhersehbar und damit ein äußerst frustrierendes Erlebnis. Die drei bekanntesten Gründe für einen Fehlschlag eines BMR-Prozesses sind:

  • Inkompatibilität der Hardware
  • Backup oder Datenbank beschädigt
  • Treiberfehler

Jeder dieser Fehler kann zu einem BSOD führen. Besonders unangenehm dabei ist, dass Sie meist viel detektivischen Aufwand treiben müssen, um die Ursache festzunageln. Ich habe einmal eine Wiederherstellung auf einem System durchgeführt, von dem ich meinte, es handele sich um identische Hardware. Es handelte sich um einen einfachen Dateiserver mit Basiskomponenten und ich ging davon aus, dass der Vorgang problemlos verlaufen würde. Dennoch kam es zu einem BSOD, weil die Chipsatz-Treiber verschiedene Versionen hatten.

Sehen wir uns daher an, wie Sie ihre Chancen erhöhen können, eine erfolgreiche BMR durchzuführen.

Verwenden Sie HIR

Hardware Independent Restore™ (HIR) ermöglicht Ihnen, ein Computersystem-Volume in einer unterschiedlichen physischen oder virtuellen Umgebung wiederherzustellen. HIR-Produkte erkennen die für einen erfolgreichen Start in der neuen Umgebung erforderlichen Treiber und laden sie automatisch. HIR ist ein Begriff, den StorageCraft benutzt, um diese Funktion in Produkten wie ShadowProtect SPX zu beschreiben. Fairerweise muss erwähnt werden, dass auch andere Unternehmen ähnliche Technologien in ihren Produkten einsetzen. Manchmal nennen sie sie universelle Wiederherstellung oder Universal Restore. Einer der Vorteile von HIR besteht darin, dass sich die Technologie bei verschiedenen Backup- Szenarios als nützlich erweist. Verwenden Sie HIR zum Wiederherstellen von Folgendem:

  • Von einem PC zu einem anderen PC
  • Von einem PC zu einer virtuellen Maschine
  • Von einer virtuellen Maschine zu einem PC
  • Von einer virtuellen Maschine zu einer anderen virtuellen Maschine

HIR ist besonders hilfreich, wenn Sie eine Migration zu neuer Hardware durchführen müssen. HIR ermittelt die Treiber, die für die Wiederherstellung erforderlich sind, und löscht sie, wenn sie nicht mehr benötigt werden.

Laufwerke aufräumen

Die Durchführung von BMR für ein System mit einer komplexen Laufwerkskonfiguration kann sich als schwierig erweisen. Wenn Sie bei jeder Änderung der Laufwerkskonfiguration ein Backup anfertigen, verringern Sie eventuelle Problempunkte. Probleme kann es trotzdem geben, vor allem wenn Sie Windows Recovery Environment (WinRE) verwenden. Viele von uns wissen, dass Windows RE sehr heikel auf Anzahl und Konfiguration von Laufwerken reagiert. Wenn Sie beispielsweise den System Center Data Protection Manager (DPM) von Microsoft verwendet haben, um Backups Ihres Servers herzustellen, könnten Sie auf Probleme stoßen, wenn Sie WinRE von einem USB-Datenträger laden.

Wenn Sie WinRE von einem USB-Datenträger laden, führt dies möglicherweise dazu, dass Windows ein sichtbares „Laufwerk“ aus der Liste der verfügbaren Laufwerke erstellt. Bei einer unterschiedlichen Anzahl von Laufwerken kann es dazu kommen, dass Ihre Wiederherstellung fehlschlägt. WinRE zeigt in diesem Fall möglicherweise den Fehler „Ein Parameter ist falsch“ an. Wenn Sie diese Fehlermeldung sehen, wurde möglicherweise ein zusätzliches Laufwerk erstellt. Ein Tipp: Starten Sie WinRE von einer DVD und nicht von einem USB-Datenträger.

Die Cloud ist keine schnelle Lösung

Mit der Verbreitung von Cloud-Services denken Sie vielleicht darüber nach, ob Sie einen dieser Services verwenden sollten, um eine Cloud-BMR durchzuführen. Das könnten Sie natürlich tun. Wirtschaftlich wäre das aber wahrscheinlich nicht, weil Cloud-Services für die Datenspeicherung und die Datenübertragung Gebühren verrechnen. Unabhängig von den Kosten sind Sie aber auch durch die Tatsache eingeschränkt, dass für die Übertragung großer Dateien eine gute Internetverbindung erforderlich ist.

Wenn Sie Ihren neuen Server so schnell wie möglich funktionsfähig starten möchten, ist der Zugriff auf ein lokales Backup die beste Option. Einige fortschrittliche Produkte und Services geben Ihnen vielleicht die Möglichkeit, virtuelle Maschinen in der Cloud zu erstellen, aber nach meiner Erfahrung ist das für Desktops und Workstations besser geeignet als für Server.

Testen Sie Ihr Backup

Die erste Regel für Backups lautet: Sie sind nur vorhanden, wenn Sie sie getestet haben. Der richtige Zeitpunkt für ein Backup? Bevor der Notfall eintritt … Denn im Notfall können Sie durchaus alles richtig machen, aber wenn das Backup sich nicht wiederherstellen lässt, ist alle Mühe vergebens. Und das können Sie nur wissen, wenn Sie es testen. Bare-Metal-Wiederherstellung ist viel komplexer als eine einfache Datei Wiederherstellung. Und das bedeutet, dass Sie auch öfter testen müssen.

Sie müssen ihr letztes Backup testen, um zu sehen, ob es von einem anderen System startet. Wenn es nicht mit derselben Hardware konfiguriert ist, umso besser. Das Ziel eines Tests ist, dass das Backup auf einem anderen System hochstartet. Bereiten Sie sich auf Probleme vor, aber sehen Sie dies als ein positives Training. Die Lösung von Problemen in einem Test ist nämlich deutlich weniger nervenaufreibend als unter dem Zeitdruck eines ausgefallenen Servers.