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Statistiken über Business Continuity in IT-Abteilungen

Statistiken über Business Continuity in IT-Abteilungen

Juli 6
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Die digitale Welt ist von rasanten und dynamischen Veränderungen geprägt. In einem Moment funktioniert alles reibungslos. Und im nächsten Moment können zeitraubende Ausfälle auftreten, die beinahe eine Katastrophe auslösen. Business Continuity Management (BCM) ist für eine wachsende Zahl von Unternehmen, die die Notwendigkeit zur Schaffung eines krisensicheren Geschäftsrahmens erkannt haben, zur obersten Priorität geworden. Wir haben einige aufschlussreiche Statistiken zusammengetragen, die zeigen, wie Unternehmen ihre Backup- und Disaster Recovery-Strategie planen und umsetzen (oder es eben nicht tun).

In der digitalen Welt gibt es Unmengen von Informationen. Diese Informationen gewähren Einblicke und geben Impulse für eigene Forschungsaktivitäten, Geschäftsplanungen und Kaufentscheidungen. Die hier angeführten Statistiken stammen aus verschiedenen vertrauenswürdigen Quellen und bieten umfassende und zuverlässige Informationen über die Bedeutung von Business Continuity Management.

Ausfallzeiten im Rechenzentrum: Ursachen und Folgen

Die Ursachen für unerwartete Ausfälle zu verstehen, ist ein zentrales Element von Business Continuity Management. Die folgenden Statistiken basieren auf Rückmeldungen von Unternehmen, die Ausfallzeiten in ihrer Rechenzentrumsumgebung zu verzeichnen hatten:

Graph 1

Die Reaktionen von Unternehmen auf Ausfallzeiten sind ebenso unterschiedlich wie die Ursachen.

Die Reaktion von Unternehmen bei ernsthaften Störungen wie einer Downtime der IT ist überraschend und sehr vielfältig zugleich. Erschreckend erscheint, dass 29 Prozent der befragten Unternehmen nichts unternehmen. Eine Vielzahl der Unternehmen jedoch versuchen bei einem Ausfall der IT das entsprechende Equipment zu reparieren, zu ersetzen oder wenn nötig durch zusätzliches Equipment zu ergänzen.

Graph 2

Unternehmensstatistiken: Prioritäten bei der Kontinuitätsplanung

Statistiken zeigen, dass die unzureichende Planung eine weithin bekannte Schwachstelle ist, die in vielen Unternehmen Recovery-Initiativen beeinträchtigt.

  • Lediglich 30 % berichteten, über eine vollständig dokumentierte Disaster Recovery-Strategie zu verfügen.
  • 32,1 % gaben an, einen Plan zu haben, in dem die konkreten geschäftskritischen Anwendungen und Komponenten aufgeführt sind, die wiederhergestellt werden müssen.
  • 33 % berichteten, dass ihr Disaster Recovery-Plan sich im Ernstfall als unzureichend erwiesen hatte.
  • 15,4 % zogen es nicht einmal in Erwägung, einen vollständig dokumentierten Plan für ihr Unternehmen auszuarbeiten.
Graph 3

Geschäftliche Einbußen unter der Lupe

Seien es Schädigungen des Markenimages oder direkte Auswirkungen auf die Unternehmensfinanzen – schlechtes Business Continuity Management kann zu katastrophalen Datenverlusten und Produktivitätseinbußen führen.

Es bedarf keiner besonderen Fachkenntnisse, um zu wissen, dass bei einem Geschäftsausfall mit jeder Minute Geld verloren geht. Die von Unternehmen gemeldeten Verluste infolge von unerwarteten Ausfällen reichen von null bis Millionen von Dollar. Auch hierzu existieren klare Statistiken:

  • 36,7 % erlitten keine finanziellen Verluste
  • 18,3 % verloren zwischen $ 1.000 und $ 6.000
  • 10 % verloren zwischen $ 50.001 und $ 100.000
  • 3,3 % verloren zwischen $ 100.001 und $ 500.000
  • 2,1 % verloren mehr als $ 5 Millionen

Schaden jenseits des Geldes

Eine Katastrophe kann Unternehmen nicht nur finanziell treffen. Laut Aussagen drohen die Auswirkungen, das Kerngeschäft zu behindern und stellen eine ernste Gefährdung der Business Continuity dar.

Graph 4

BCM-Methoden im Vergleich

Es ist sehr interessant zu sehen, welche unterschiedlichen Ansätze Unternehmen beim Business Continuity Management verfolgen.

  • 42,9 % der Unternehmen nutzen einen entfernten Disaster Recovery-Standort, der den primären Standort zum Großteil widerspiegelt.
  • 20,4 % der Unternehmen haben einen sekundären Standort, der ihrem primären Disaster Recovery-Standort nicht ähnelt.
  • 29,2 % der Unternehmen verwenden eine softwarebasierte Disaster Recovery-Lösung.
  • 26,3 % der Unternehmen verwenden eine hardwarebasierte Disaster Recovery-Lösung (Replikation).
  • 15 % nutzen die Cloud für einen Teil oder die gesamte Disaster Recovery-Umgebung
  • 10,8 % verlassen sich auf einen MSP oder nutzen eine gehostete Lösung für ihre Disaster Recovery-Anforderungen

Erfolgreiche Business Continuity

Der Reifegrad ist eine Kennzahl, die von Gartner verwendet wird, um den Erfolg von Programmen für das Business Continuity Management zu messen.

  • 39 % der Unternehmen, die einen eigenen umfassenden BCM-Framework (Level 5) entwickelt hatten, waren in der Lage, alle geschäftskritischen Unternehmensprozesse gemäß vordefinierten RTOs und RPOs wiederherzustellen, wobei (wenn überhaupt) nur kleine Probleme auftraten.
  • Bei 12 % der Level-5-Unternehmen traten beim Wiederherstellen einer oder mehreren geschäftskritischen Unternehmensanwendungen schwerwiegende Probleme auf.
  • Im Vergleich dazu konnten nur 13 % der Unternehmen ohne BCM-Framework (Level 1) alle geschäftskritischen Prozesse gemäß vordefinierten Recovery-Zielen wiederherstellen.
  • Bei 15 % der Level-1-Unternehmen traten beim Wiederherstellen einer oder mehrerer geschäftskritischer Unternehmensanwendungen schwerwiegende Probleme auf.
  • Insgesamt verbesserten sich die Disaster Recovery-Raten um 17 %, wenn ein Programm für das Business Continuity Management entwickelt worden war.
  • Gartner zufolge werden 35 % Prozent der Unternehmen mit wenig ausgereiften BCM-Programmen bis 2019 große Probleme beim Wiederherstellen eines oder mehrerer geschäftskritischer Unternehmensprozesse erleben. Gegenüber den Zahlen von 2015 wäre das ein Anstieg um 17 %.

Das Geschäft rund um Business Continuity

Die Statistiken von Gartner zeigen, dass infolge der Tatsache, dass Business Continuity immer stärker in den Vordergrund rückt, ein florierender Geschäftszweig entstanden ist. Prognosen zufolge wird der Markt für Business Continuity- und Disaster Recovery-Lösungen wachsen und bis 2017 auf $ 61,7 Milliarden ansteigen.

Offensichtlich passt Business Continuity perfekt zum „as-a-Service“-Trend. Aller Voraussicht nach wird der Markt für Disaster-Recovery-as-a-Service (DraaS) bis 2020 auf 11,92 Milliarden US-Dollar anwachsen, was einem Anstieg der durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate um 52,9 % von den für 2015 verzeichneten  1,42 Milliarden US-Dollar entspricht. Bereits im Jahr 2015 gaben 52 % der Geschäftsführer an, dass ihre Unternehmen planen, mehr Ressourcen für Business Continuity- und Disaster Recovery-Lösungen bereitzustellen.