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Gründe für das Umwandeln einer physischen in eine virtuelle Maschine (P2V)

Gründe für das Umwandeln einer physischen in eine virtuelle Maschine (P2V)

September 13
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Übersetzung eines auf Englisch verfassten Artikels von Brett Nordquist für die Recovery Zone. Den Originalartikel finden Sie hier.

Im letzten Jahrzehnt gab es eine Reihe wichtiger Transformationen unserer technischen Infrastruktur. Intel hat die Anzahl der Kerne und die Taktgebergeschwindigkeiten Ihrer Chips weiter erhöht. Die Speicher sind weiter gewachsen, und die Internet-Geschwindigkeiten haben schließlich einen Punkt erreicht, an dem die Cloud wie eine Rakete abhebt. GPUs und schnelle lokale Speicher wie M.2 und Optane geben Konsumenten wie Unternehmen neue Produkte in die Hand.

Eine Technologie, die viele heute immer noch als selbstverständlich betrachten, ist Virtualisierung. Es ist nicht lange her, dass das Betreiben einer größeren Anzahl VMs auf einer einzelnen Maschine eine Herausforderung war. Diese Tage sind vorbei: Virtualisierung ist mittlerweile in allen Computing-Bereichen eine Hauptstütze. Da Hardware altert, können Unternehmen sich überlegen, ob sie Upgrades oder P2V vornehmen. In dieser Woche möchte ich die Gründe erläutern, aus denen Sie sich eventuell für die Umwandlung Ihrer physischen Maschine in eine VM entscheiden.

Virtualisierung kann eine Menge Frustrationen und Zeit ersparen, wenn sie ordnungsgemäß implementiert wird. Fairerweise muss man auch sagen, dass man Teile der Infrastruktur nicht virtualisieren sollte. Ich stimme den meisten in diesem Artikel angeführten Gründen zu. Aber ich habe festgestellt, dass die Vorteile die Nachteile in den meisten Fällen überwiegen. Als einen der Gründe gegen eine Umwandlung nennt der Artikel die Leistung. Das ist immer noch richtig, das Problem wird jedoch von Tag zu Tag kleiner.

Sehen wir uns eine Reihe von Fällen an, in denen P2V überlegenswert ist.

Zukunftsfähigkeit

Die Skaleneffekte sprechen dafür, so viele physische Server wie möglich zu virtualisieren. Server mit Dual- und Quad-CPU können mit einem RAM von einem Terabyte und mehr laufen. Und das bedeutet, dass ein einzelner Server mehr VMs als je zuvor abwickeln kann. Es ist einfach nicht sonderlich sinnvoll, weiterhin Geld in alte Hardware zu pumpen. Eine bessere Investition wäre die in Hochleistungsserver, die einen großen Arbeitsspeicher unterstützen. Für die Speicherung haben Sie zahlreiche Optionen. Ich habe VMs gesehen, die RAM behindern. Stümpern Sie also nicht mit billigen Platinen, die vier oder weniger DIMMs unterstützen.

Ein Irrglaube, mit dem ich aufräumen möchte, ist folgender: Man kann eine VM in eine physische Maschine zurückverwandeln. Ich kenne Laute, die sagen, dass das nicht möglich ist, aber sie haben unrecht. Ich habe mit einem Unternehmen gearbeitet, das eine VM auf eine physische Maschine an einem neuen Standort migrieren musste. Der V2P-Prozess dauert eine Weile und kann kleine Probleme mit sich bringen, aber es ist machbar. Ein anderer möglicher Grund für die Wiederherstellung aus einer VM ist die Lizenzierung. Manche Software-Unternehmen haben die Lizenzierung von VMs schwergemacht, aber der Markt hat sich in jüngster Zeit stark gebessert.

Heute haben Server viele RAM-Laufwerkeinschübe. Perfekt für VMs

Wenn Sie startbereit sind, empfehle ich für den Anfang ein System, das für Unternehmen nicht kritisch ist. Dokumentieren Sie den Prozess. Vermerken Sie auch, was gut funktionierte und was nicht. Sie müssen nicht sechs physische Server über das Wochenende umwandeln. Beginnen Sie mit einem. Richten Sie ihn so ein, dass Sie zufrieden sind, und lassen Sie ihn eine Weile laufen. Und dann machen Sie einen zweiten. Ich habe mit einem Unternehmen an der Virtualisierung von drei physischen Servern im Laufe von sechs Monaten gearbeitet. Die Leute waren klug genug, mit einem nicht kritischen Server zu beginnen, der Videos auf einen Bildschirm in der Lobby streamte. Nachdem wir die Probleme beseitigt hatten, virtualisierten wir zwei weitere Server, auf denen eine Handvoll interne Tools betrieben wurden. Eine Lehre, die wir während dieser Arbeit lernten, ist: Man kann nie zu viel RAM haben.

Verbesserte Leistung

Leistung ist einer der Gründe, warum manche IT-Manager mit dem Umstieg auf eine VM zögern. Und bei extremen Leistungen haben sie damit nicht unrecht. Aber bei zahlreichen Servern, die banale Aufgaben wie die Bereitstellung von Dateien und das Hosten einer DB erledigen, kann man in Wirklichkeit bei VMs einer Leistungssteigerung feststellen. Das ist wahrscheinlich der Fall, wenn Sie bei Ihrem physischen Server ein paar Jahre kein Upgrade durchgeführt haben.

Es überrascht Sie vielleicht, wenn Sie sehen, dass Ihre VM auf neuer Hardware schneller läuft und mehr Prozessorleistung und RAM zur Verfügung hat. Zumindest können Sie eine Umwandlung vornehmen und beides vergleichen. Virtuelle Umgebungen wurden so optimiert, dass sie so wenige Ressourcen wie möglich nutzen. Das kann auch zu einer VM mit höherer Leistung führen. Hoffentlich lassen Sie nicht Ihre kritischsten Systeme auf einer alten Maschine laufen. Ist das jedoch der Fall, überlegen Sie sich die Umwandlung in eine VM auf neuer Hardware. Ich glaube, die Leistung wird Sie überraschen.

Geringerer Server-Platzbedarf

Wenn der verfügbare Platz knapp ist, ist die Konsolidierung einer Reihe von physischen Maschinen zu VMs durchaus sinnvoll. Wenn Sie alte oder veraltete Hardware ausmustern, ist das ein sehr geeigneter Zeitpunkt dafür. Das Erstellen einer von Hardware unabhängigen VM kann viel dazu beitragen, der IT-Abteilung das Leben zu erleichtern. Die Konsolidierung des physischen Systemstandorts macht auch Backup und Disaster Recovery leichter und zuverlässiger. Kurz, durch Konsolidierung wird Ihre gesamte IT-Infrastruktur leichter verwaltbar.

Durch das Konsolidieren von Systemen sparen Sie nicht nur Platz, sondern benötigen Sie in Zukunft auch weniger Hardware. Sie ersparen sich dadurch auch Strom- und Reparaturkosten. Vielleicht weist jemand darauf hin, dass die Reduktion der betriebenen Server zu Personalabbau in der IT-Abteilung führen kann. Das ist möglich, aber unwahrscheinlich. Es ist wahrscheinlicher, dass das Management die Einsparungen aus der Konsolidierung in Schulungen und Tools für das Team investiert. Ich kenne Leute, die ähnliche Vorbehalte bei der Cloud hatten. Der IT-Bereich ist zweifellos in Änderung begriffen, und man muss sich anpassen. Das heißt, man muss neue Fertigkeiten erlernen. Achten Sie darauf, dass Ihre nicht irgendwann überholt sind.

Schaffen einer Testumgebung

Ihre Entwickler betreiben wahrscheinlich bereits mehrere VMs, auf denen Sie ihren Code testen. Vielleicht gilt das auch für Sie. Ist das nicht der Fall, sollten Sie sich das Einrichten einer Testumgebung überlegen. Damit können Sie neue Software und Änderungen an Komponenten testen, bevor diese in Ihrer Arbeitsumgebung Probleme verursachen.

Wenn Probleme auftreten, können Sie auf ein Backup Ihrer Maschine zurücksetzen und müssen Windows oder Linux nicht neu aufsetzen. Das kann besonders dann nützlich sein, wenn ein Mitarbeiter zu Ihnen kommt und ungetestete Software im Netzwerk des Unternehmens einsetzen möchte. Die VM bietet ihnen Gelegenheit, die Software zu testen, bevor Sie die Erlaubnis erteilen. Wenn Sie bisher über keine VM-Testumgebung verfügen, werden Sie überrascht sein, wie oft Sie sie verwenden.

Fazit

Das sind nur ein paar wenige der Gründe, die Sie zur Frage der Konvertierung einer physischen Maschine in VM bedenken sollten. Ich kenne viele Leute, die abwarten, bis es fast zu spät ist. Sie möchten sich dieser Aufgabe erst dann widmen, wenn ihr altes System es nicht mehr macht. Das Erstellen einer VM aus einem alten System kann wie eine entmutigende Aufgabe aussehen. Ich möchte die Risiken nicht kleinreden, denn es gibt sie. Wer jedoch darauf wartet, dass das alte System kaputtgeht, macht ein schlechtes Szenario noch viel schlechter.

Wenn Sie mit alter oder veralteter Hardware arbeiten, sollten Sie sich eine möglichst baldige Virtualisierung überlegen. Kleinigkeiten wie das Verschieben von Dateien oder einer großen Datenbank von einer alten Festplatte auf eine SSD können einen enormen Leistungsunterschied machen. Wir können seit Ewigkeiten RAM-Böcke per VM zuweisen. Sie können dasselbe mit den neuesten High-Core-CPUs von Intel tun. Und die GPU-Beschleunigung hat sich in den letzten paar Jahren stark weiterentwickelt. Es wird nicht viele Geschäftsanwendungen geben, die die Vorteile der Beschleunigungsfunktionen der neuesten GPUs von NVIDIA und AMD nutzen, jedoch viele Video-, Wissenschafts- und Technikanwendungen.