Jan
2

Edge Computing oder Cloud Computing

Edge Computing oder Cloud Computing

Januar 2
By

Übersetzung eines auf Englisch verfassten Artikels für die Recovery Zone. Den Originalartikel finden Sie hier.

Von all den Schlagwörtern in der IT-Welt ist keines faszinierender und vielversprechender als „die Cloud“. Cloud Computing hat die Welt im Sturm erobert und dabei bewiesen, dass es mehr als nur eine Eintagsfliege war. Und obwohl Cloud Computing auch heute noch in aller Munde ist, gibt es Gerüchte, dass die Cloud bald im Wettlauf um die Vorherrschaft des Internet der Dinge (IoT) „ausgegrenzt“ werden könnte. Auftritt: Edge Computing.

Edge Computing heißt so, weil es die Daten am Rande (engl. at the edge) des Netzwerks verarbeitet. Was genau bedeutet das? Nun, statt Rechenleistung in der Cloud oder einem zentralen Rechenzentrum zu speichern, findet die Datenverarbeitung in mehreren kleineren Rechenzentren statt, die sich vor Ort oder in der Nähe der Quelle befinden. Ziel des Edge Computing ist es, die Daten so nah wie möglich an das tatsächliche Gerät zu bringen, in der Regel innerhalb eines Radius von ca. 10 Metern.

Wenn Cloud Computing Ihnen nicht fremd ist, dann ist Ihnen auch bewusst, dass es sich dabei um ein komplett anderes Modell handelt. Die Cloud ermöglicht es Ihnen, auf Daten, Anwendungen oder Infrastruktur von jedem beliebigen Standort aus zuzugreifen. Da diese Ressourcen jedoch auf Offsite-Servern gespeichert sind, werden Latenz und Leistung oft zu einem Problem. Durch die lokale Verarbeitung von Daten kann Edge Computing die Schwächen des Cloud Computing überwinden und sich ideal in eine Vielzahl von Geschäftsanwendungen integrieren.

Edge Computing im Unternehmen

Edge Computing zahlt sich in der Öl- und Gasinfrastruktur bereits aus. Diese Vorgänge basieren auf hochentwickelten IoT-Geräten, die den Zustand kritischer Aspekte wie Druck, Temperatur und Luftfeuchtigkeit überwachen. Dank Edge Computing kann die riesige Datenmenge, die diese Geräte sammeln, analysiert und direkt an die Leitstellen geliefert werden, anstatt über ein Netzwerk verteilt zu werden. Von dort aus haben Endbenutzer Echtzeitzugriff auf Erkenntnisse, die helfen können, Fehlfunktionen zu erkennen und Katastrophen abzuwenden, bevor Vorfälle auftreten.

Edge im Unternehmen

Hier zeigen wir drei Möglichkeiten auf, wie Unternehmen potenziell vom Edge Computing profitieren können.

  1. Schnellere Leistung:Während die Cloud in der Lage ist, Daten schnell zu verarbeiten, können die oben genannten Latenzprobleme zu einer Verkürzung der Reaktionszeiten für Geräte mit Internetanschluss führen. Im Gegensatz dazu erhöht Edge Computing die Geschwindigkeit der Datenbereitstellung, sodass dieselben Geräte eine deutlich bessere Leistung bieten.
  2. Kosteneinsparungen:Die im Voraus anfallenden Kosten für Speicher, Bandbreite und Rechenleistung können das IoT zu einer kosteneffizienten Investition für jedes Unternehmen machen. Mit Edge Computing werden deutlich weniger Daten zwischen den Rechenzentren ausgetauscht. Da diese Daten auf lokaler Ebene verarbeitet werden können, entscheiden Unternehmen frei, was sie lokal und was in der Cloud ausführen möchten. Das Ergebnis ist eine kosteneffizientere IoT-Lösung.
  3. Höherer Schutz:Bis heute ist das Thema Sicherheit eine der größten Hürden für die Einführung der Cloud. Edge Computing reduziert nicht nur die Menge des Cloud-Verkehrs, sondern ermöglicht auch das Filtern und Speichern sensibler Daten vor Ort. Auf diese Weise können Unternehmen eine Infrastruktur aufbauen, die sich an ihren individuellen Sicherheits- und Compliance-Anforderungen orientiert.

Auswirkungen auf die Disaster Recovery

Wissenschaftler der Georgia Tech Universität weisen darauf hin, dass Edge Computing auch bei der Wiederherstellung der Daten nach einem Ausfall sinnvoll sein kann. Während der Wirbelstürme Harvey und Erma wurden in den USA verschiedene Internetdienste offline gestellt. Das Forschungsteam glaubt, dass Edge Computing es Routern, Smartphones und anderen Geräten ermöglichen würde, bei Katastrophen auch ohne Zugang zum Internet weiterhin Daten zu erfassen. Notfallmanager und Einsatzkräfte können dann auf diese Daten zugreifen und sie zur Unterstützung der von einer Katastrophe betroffenen Personen verwenden. In diesem Szenario könnte Edge Computing die Unternehmen dabei unterstützen, ihre Geschäftstätigkeit fortzusetzen und auch Leben zu retten.

Das Ende der Cloud?

Ein Bericht von MarketsandMarkets prognostiziert, dass Edge Computing bis 2022 ein Marktvolumen von 6,72 Milliarden US-Dollar erreichen wird, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 35 % gegenüber dem Prognosezeitraum ab 2017 entspricht. Bedeutet das, dass Edge Computing bereit ist, die Cloud als führende Technologie für das IoT und darüber hinaus zu ersetzen? Also sicher nicht gleich. Während die Mängel, von denen wir vorhin gesprochen haben, die Akzeptanz im Wesentlichen Richtung Edge Computing erhöhen, gibt es viele Untersuchungen, die darauf hindeuten, dass die Cloud weiterhin ein stetiges Wachstum verzeichnen wird.

Am Ende des Tages ist dies vielleicht nicht die beste Technologie, aber dennoch die beste Alternative. Wenn Sie effektiv bestimmen können, was Sie in der Cloud speichern und was dezentral verwaltet werden soll, steht Ihnen das beste aus beiden Welten zur Verfügung.