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Backup und Wiederherstellung mittels Virtualisierung optimieren

Backup und Wiederherstellung mittels Virtualisierung optimieren

September 7
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Die Servervirtualisierung hat zahlreiche Vorteile. Diese überzeugen immer mehr Firmen, große Teile ihrer IT-Umgebung zu virtualisieren, von Dateiservern über Datenbanken bis hin zu Webservern. Allerdings waren bis vor wenigen Jahren noch Stimmen laut, die von der Virtualisierung bestimmter Server, die große Leistung erfordern oder unternehmenskritische Anwendungen ausführen, abrieten.

Doch die Leistungsfähigkeit von Prozessoren und RAM-Modulen hat deutlich zugenommen, daher schrumpft die Anzahl der Aufgaben, von deren Virtualisierung abzuraten ist, zusehends. Je mehr von Ihrer kritischen Infrastruktur auf virtuellen Maschinen (VMs) ausgeführt wird, desto deutlicher muss man sich aber der zunehmenden Komplexität von Backups und Wiederherstellung in dieser Umgebung bewusst sein.

Das Verwalten von Updates, Patches und Backups für die physischen Server bei Ihnen vor Ort beherrschen die IT-Mitarbeiter wahrscheinlich im Schlaf, ebenso wie die interne VM-Verwaltung. Doch immer mehr Unternehmen wechseln zu Lösungen mit gehosteten VMs oder Hybridlösungen, sodass unklar wird, wer jetzt eigentlich für Backup- und Wiederherstellungsaufgaben verantwortlich ist. Verlassen Sie sich nie darauf, dass sich schon irgendjemand darum kümmern wird.

In dieser Woche möchte ich erläutern, welche Vorteile Virtualisierung für Ihre Backup- und Wiederherstellungspläne haben kann.

Optimierung durch Virtualisierung

Mit „Optimierung“ beziehe ich mich in diesem Kontext auf physische Server. Grundsätzlich gilt es zu verhindern, dass der Server während des Backup-Prozesses Anwendungen anhält. Wenn dies doch geschieht, kann das verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel mangelnde Prozessorleistung des Servers, mangelnder Arbeitsspeicher, aber auch ein nicht virtualisierungsorientiertes Backup-Tool. Ein korrekt optimierter Server erlaubt den Benutzerzugriff auf laufende Anwendungen, während das Backup erstellt wird.

Shared Storage ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt der Serveroptimierung. Der Speicher wird oft per Fibre Channel oder ein SAN bereitgestellt. Das ist entscheidend für die schnelle Wiederherstellung auf praktisch jedem anderen verbundenen Server. Nachteilig ist allerdings, dass Sie jeder VM viel Speicherkapazität zuweisen müssen. Die daraus entstehende Hochverfügbarkeit der Anwendungen wiegt diese Kosten aber wieder auf.

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Die richtige Software für diese Aufgabe ist von entscheidender Bedeutung. Zu viele Firmen glauben, dass die Backup-Software, die seit Jahren bei ihnen im Einsatz ist, auch in einer virtualisierten Umgebung funktionieren wird, doch das ist in der Regel nicht so. Die richtige Software muss die Komplexität eines physischen Servers mit mehreren VMs erkennen können. Außerdem sollte sie auch Backups anhand der Images und nicht nur des physischen Servers durchführen können.

Zusammenfassend gesagt sollten Sie ein virtualisierungsoptimiertes Backup-Tool verwenden, VMs in einem SAN speichern und für ausreichend Speicherplatz und RAM des Servers sorgen. Am besten investieren Sie natürlich in die Optimierung des Servers, ehe er im Produktivbetrieb eingesetzt wird, denn von Hardwareänderungen ist dann abzuraten.

Wiederherstellung

Für die Wiederherstellung in einer virtualisierten Umgebung gibt es mehrere klare Vorteile. Zum einen können Sie Anwendungen und Betriebssysteme leicht auf neue Hardware übertragen, da die Einheit zwischen Soft- und Hardware ja aufgehoben ist. Dies erleichtert die Gewährleistung der Hochverfügbarkeit und Disaster Recovery von wesentlichen unternehmenskritischen Anwendungen. Manche Unternehmen entscheiden sich auch für die kontinuierliche Replikation der Umgebung.  Wenn Sie ebenfalls an kontinuierlichen Backups interessiert sind, berücksichtigen Sie die Serverleistung, denn dieses Modell kann deutlich mehr Systemressourcen in Anspruch nehmen. Selbstverständlich können Sie je nach geforderter Wiederherstellungszeit auch das herkömmliche Backup-Modell, die Intervallsicherung, nutzen.

Dies sind die beliebtesten Backup- und Wiederherstellungsoptionen für virtualisierte Umgebungen:

Vollständiges Backup: Jede VM wird gesichert, als befände sie sich auf einem physischen Server. Diese Methode kann die E/A-Last vergrößern.

Deduplizierungs-Backup: Bei der VM-Datendeduplizierung werden nur Änderungen gesichert. Die E/A-Last sinkt, aber die Wiederherstellungszeit verlängert sich.

Snapshot-Backup: Regelmäßig angefertigte VM-Snapshots werden auf einem Proxy-Server offsite gespeichert. Die IT-Abteilung ist stärker gefordert, da der Proxy-Server-Host verwaltet werden muss.

Fazit

Es gibt kaum noch Firmen, die nicht wenigstens einen Teil ihrer IT-Infrastruktur virtualisieren, denn die Vorteile von VMs sind einfach überzeugend. Dies sind einige davon:

  • Geringere Hardware- und Lizenzierungskosten
  • Geringere Strom- und Kühlungskosten
  • Einfachere Infrastruktur und geringerer Personalbedarf

Virtualisierung kann zudem Ihre Backup- und Wiederherstellungsanforderungen rationalisieren, allerdings nicht ohne Vorbereitung. Tatsächlich muss die Backup- und Wiederherstellungsoptimierung eines Unternehmens genau geplant werden. Sonst kann es zum Beispiel passieren, dass Server, die bisher ein oder zwei Prozesse problemlos ausgeführt haben, beim Ausführen von VMs einfach kapitulieren. Prüfen Sie daher Ihre Hardwareanforderungen, ehe Sie Backup- und Wiederherstellungssoftware hinzufügen.

Glauben Sie mir, falls Sie je eine VM mit einer unternehmenskritischen Anwendung wiederherstellen müssen, werden Sie froh sein um jede Minute, die Sie mit der Optimierung der Umgebung verbracht haben.

Übersetzung eines auf Englisch verfassten Artikels von Brett Nordquist für die Recovery Zone. Den Originalartikel finden Sie hier.